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Jugendarbeit ist ihnen mehr wert – dazu bekannten sich die Landtagskandidaten (hinten v. l.) Stefan Gretzinger (SPD), Tim Hundertmark (FDP), Josef Weber (Grüne) sowie CDU-Ersatzbewerberin Alexandra Scherer sogar schriftlich.

Jugendarbeiter äußern Wünsche an Politik

Jugendvertreter der beiden großen Konfessionen diskutieren mit Landtagskandidaten

Biberach sz (Gerd Mägerle) Über den Stellenwert kirchlicher, kommunaler und verbandlicher Jugendarbeit haben Jugendvertreter der evangelischen und katholischen Kirche mit den Landtagskandidaten Stefan Gretzinger (SPD), Josef Weber (Grüne), Tim Hundertmark (FDP) sowie CDU-Ersatzbewerberin Alexandra Scherer im Alfons-Auer-Haus diskutiert. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen wünschen sich mehr Anerkennung von der Politik und den Arbeitgebern für ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten.

In der von den Referenten Chris Schlecht, Karo Volz (beide BDKJ) und Steffen Mohr (EJB) vorbereiteten Diskussion bekannten sich die Vertreter aller vier Parteien zunächst zur Jugendarbeit. Alexandra Scherer verwies auf die Gründung einer KLJB-Gruppe in Erlenmoos, wo sie Bürgermeisterin ist. Tim Hundertmark sprach sich für die Arbeit der freien und kirchlichen Verbände aus („Es darf nicht alles vom Staat organisiert werden“). Josef Weber lobte die Arbeit der KLJB, in der er selbst aktiv war und Stefan Gretzinger betonte die Verantwortung, die Jugendliche in der Jugendarbeit lernen.

Die Jugendvertreter äußerten an die Politiker ganz konkrete Wünsche: So soll es einen Landeszuschuss generell für Ferienfreizeiten und nicht nur für Übernachtungsfreizeiten geben. Verbessert werden sollte auch die finanzielle Förderung für Teilnehmer an Gruppenleiter- und Weiterbildungskursen.

Thematisiert wurde auch die Spannung zwischen schulischer und außerschulischer Jugendarbeit. „Wie sollen wir an einer Ganztagsschule Angebote für Jugendliche machen, wenn wir gleichzeitig selbst zur Schule gehen müssen?“, fragte eine Teilnehmerin. Ein anderer wies darauf hin, dass Arbeitgeber den Ehrenamtlichen in der Jugendarbeit bisweilen keinen Sonderurlaub für ihr Engagement gewährten. „Viele trauen sich gar nicht mehr, ihren Chef danach zu fragen“, sagte Chris Schlecht. Gewünscht wurde auch der Abbau von Bürokratie, beispielsweise, wenn es um Führungszeugnisse für die Leiter von Ferienfreizeiten geht.