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Die 12 jährige Flora kommt aus dem Erzählen gar nicht mehr heraus: „Am besten hat mir das Klettern gefallen und das Tanzen, und das Singen, und die Betreuer waren so lieb.“

Mit leuchtenden Augen erzählt sie beim Auswertungsgespräch der Leiterin der Kinderbetreuung in der Bleicherstraße Marion Martin von ihrem zwölftägigen Aufenthalt im Ferienwaldheim Hölzle. Und ein anderes Mädchen aus der Gemeinschaftsunterkunft in der Bleicherstraße ergänzt: „Schade, dass es schon vorbei ist, warum kann ich morgen nicht wieder ins Hölzle fahren?“

Zusammen mit neun anderen Kindern haben die beiden Mädchen am zweiten Abschnitt des Ferienwaldheims Hölzle teilgenommen und dabei viele neue Freunde gefunden. „Gut war“, so eine Mitarbeiterin, „dass wir die Kinder je nach Alter auf die verschiedenen Gruppen verteilen konnten, so waren sie schnell integriert.“. Dies ist auch Pfarrer Ströhle wichtig: „Es ist gut, wenn die Flüchtlingskinder aus der Stigmatisierung als Flüchtlinge herauskommen und einfach Kinder unter anderen Kinder sein dürfen.“ Dies hat während der Waldheimzeit durch das Konzept, die Kinder einfach in bestehende Gruppen zu integrieren ausgesprochen gut geklappt.

Vorausgegangen war allerdings auch eine ausführliche Schulung des Hölzleteams, durch die Verantwortlichen der ökumenischen Flüchtlingsarbeit, in der die jugendlichen Mitarbeiter zum Beispiel erfuhren, unter welchen Bedingungen die Kinder in den Heimen wohnen. Zudem wurden die Kinder während der Freizeit von der Studentin Corinna Zeh begleitet. Diese hat sie morgens in der Bleicherstraße abgeholt und am Abend wieder zurück gebracht. Des Weiteren war sie ein wichtiges Bindeglied zu den Eltern der Kinder.

Auch für die Hölzlemitarbeiter war die Teilnahme der Flüchtlinge eine große Bereicherung. Dies zeigte sich nicht zuletzt darin, dass es sich die Hölzleleiterinnen des zweiten Abschnitts, Sarah Dietze und Nadine Ruf nicht nehmen ließen, die Kinder nach dem letzten Waldheimtag im Flüchtlingsheim zu besuchen und jedem Kind ein Geschenk mit zu bringen.

Dass diese Kooperation zwischen der ökumenischen Flüchtlingsarbeit und dem Evangelischen Jugendwerk ankommt, wird auch darin deutlich, dass sich dieses Jahr auch ehemalige Bewohner der Bleicherstraße selbständig zum Hölzle angemeldet hatten. Pfarrer Ströhle hofft, dass irgendwann auch unter den Mitarbeitern einmal ein ehemaliges Flüchtlingskind sein wird. Die derzeitigen Kinder aus der Bleicherstraße wünschen sich auf jeden Fall, dass sie im nächsten Jahr wieder kommen dürfen.